Reformationsdekade 2009-2017


 500 Jahre Thesenanschlag

Am 31. Oktober 1517 veröffentlichte Martin Luther 95 Thesen gegen den Missbrauch des Ablasses. Der berühmte Thesenanschlag Luthers an die Tür der Wittenberger Schlosskirche gilt als Beginn der Reformation. Diese Tat löste eine weltweite Bewegung aus, welche die Menschen nicht nur in Deutschland, sondern auch in Europa und Amerika nachhaltig beeinflusste und weltweit Spuren hinterließ. Die Reformation prägt neben Kirche und Theologie auch Musik und Kunst, Wirtschaft und Soziales, Sprache und Recht. Kaum ein Lebensbereich bleibt von der Reformation unberührt. Am 31. Oktober 2017 jährt sich der Thesenanschlag zum 500. Mal.

Bereits für Martin Luther war der Beginn der Reformation ein Grund zu feiern. Zehn Jahre danach am 01. November 1527 erinnerte er sich in geselliger Runde an die "Vernichtung der Ablässe vor zehn Jahren". Seither wurde dem Jahrestag des Thesenanschlags mit Festakten gedacht und bis heute wird er als Reformationstag gefeiert.

In früheren Jahrhunderten waren Reformationsjubiläen national und konfessionell gebunden begangen. Martin Luther wurde als deutscher Volksheld präsentiert und die Feierlichkeiten zur Abgrenzung der Protestanten gegenüber den Katholiken genutzt. Im Gegensatz dazu soll das Reformationsjubiläum 2017 von Offenheit, Freiheit und Ökumene geprägt sein.
Was von Wittenberg im 16. Jahrhundert ausging, veränderte Deutschland, Europa und die Welt. Das Reformationsjubiläum 2017 wird daher- anders als alle Luther- und Reformationsjubiläen bisher - in globaler Gemeinschaft von Feuerland bis Finnland, von Südkorea bis Nordamerika gefeiert. Internationale Projekte, wie Wanderausstellungen und Chorreisen, die Zusammenarbeit von Goetheinstituten und Auslandspfarrstellen, internationale Kongresse und spiritueller Tourismus und vieles mehr zeugen von der weltweiten Dimension des Jubiläums.

Die Lutherdekade hat sich große Aufgaben gestellt:

„Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemand untertan. Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan.“
Das ist der vielleicht berühmteste Satz Martin Luthers. Er skizziert sein theologisches Denken ebenso wie die Reform der Kirche. Danach stehen wir als Menschen frei vor Gott und sind aufgerufen, den aufrechten Gang zu üben und dem eigenen Gewissen zu folgen. Gleichzeitig sind wird als solche Freigelassenen der Schöpfung aufgefordert, dem Nächsten zu dienen und Solidarität zu üben.
Die „Freiheit eines Christenmenschen“, ist der Aufruf für eine geistliche und geistige Revolution. Sie wurzelt im neuen Glauben an Gott und wird weit über den kirchlichen Raum hinaus auch Sprache und Bildung, Kultur und Wirtschaft, Soziales und Justiz etc. revolutionieren. Seit den Tagen der Reformatoren sehen wir die Welt anders. Es gibt heute kaum einen Bereich in unserem Leben, der durch die Reformation nicht mit- und umgestaltet wurde. Die deutsche Sprache, wie wir sie heute kennen, entstand durch Luthers Bibelübersetzung, das Schulwesen wurde demokratisiert, weil Jungen und Mädchen in Stadt und Land gebildete, mündige Christen werden sollten, die die Bibel lesen und die Welt verstehen können. Das Wirtschaftsleben wurde dynamisiert und die Weltauffassung - nicht zuletzt in Konfessionen - pluralisiert. Dass Staat und Kirche unterschieden sind und dass es Bürgerechte gibt, die unabhängig von Rasse und Glauben, von Geschlecht und Volkszugehörigkeit jedem Menschen eigen sind, sind ebenfalls Nachfolgen der Reformation.

Auf dem Weg zur „2017“

Im thematischen Focus steht in jedem Jahr eine andere Facette der Reformation. 2008 ist das Eröffnungsjahr, während 2017 das Jubiläum begangen wird.

Die Themenjahre sind:

2009 Reformation und Bekenntnis (Jean Calvin)
2010 Reformation und Bildung (Philipp Melanchthon)
2011
Reformation und Freiheit
2012 Reformation und Musik
2013 Reformation und Toleranz
2014 Reformation und Politik
2015 Reformation - Bild und Bibel (Lukas Cranach)
2016 Reformation und die Eine Welt

Im Saarland beteiligen sich die Kirchenkreise und Dekanate seit 2011 an der Dekade.

Wir sind so frei 2011

Unter dem Motto "Wir sind so frei" präsentierte sich der Evangelische Kirchenkreis Saar-West im Jahr 2011 der Öffentlichkeit. In vielen Veranstaltungen und Gottesdiensten vor Ort, beim Freiheitsfest in Losheim, beim Festvortrag mit Bischof Jochen Bohl aus Dresden oder unserem

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Kirche und Musik 2012

Evangelisch-klingt

Musikalisch hat die evangelische Kirche viel zu bieten – von Anfang an: Die Lieder Martin Luthers nahmen Melodien von Volksliedern auf und verwendeten eine Sprache, die der „normale“ Mensch verstand. Johann Sebastian Bach erschuf Schätze der

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Kirche und Toleranz 2013

Grenz-Erfahrungen

 Toleranz ist ein hochaktuelles Thema. Es wird uns aufgegeben durch die zunehmende Vielfalt der Kulturen und Religionen in unserer Gesellschaft.

Toleranz ist ein wichtiges Thema für die evangelische Kirche: Wie leben wir als Christinnen und

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Kirche und Politik 2014

Kirche und Politik 2014

Wie politisch soll die Kirche sein? Wie politisch muss sie sein? Das Erbe der Reformation ist ambivalent. Die im Gefolge von Martin Luther entstandenen reformatorischen Kirchen waren mit der politischen Herrschaft eng verbundene Landeskirchen, an deren Spitze der Landesfürst als oberster

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Bild und Bibel 2015

Sieh mal an!  – Bild & Bibel

Bild und Bibel – das Reformationsdekaden-Jahr 2015 setzt sich mit den beiden zentralen Kommunikationsmedien der Reformation auseinander. Während die Reformatoren ihre Positionen zu kirchlichen und gesellschaftlichen Themen aus der

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Kirche und die Eine Welt 2016

Miteinander.Leben

„Reformation und die Eine Welt“ – so ist das Dekadenjahr 2016 überschrieben.
Es weist auf einen wichtigen Aspekt unserer vernetzten, globalen Lebenswelt hin, der tagtäglich erfahrbar ist. Die Flüchtlingsströme, die längst zu einer

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